Berufsleben?…Mal überlegen…

Angefangen hat mein Berufsleben irgendwann im Sommer 1983. Nachdem ich nach etlichen Schulwechseln die Schule endlich hinter mir hatte, sagte mein Vater eines Samstag morgens beim Frühstück zu mir:“ Zieh dich an, wir fahren jetzt zu deiner Lehrstelle.“ Damals kam noch keiner auf die Idee, mal zu fragen, was man denn machen wollte oder so… das wurde einfach entschieden, und damit war das Thema abgehakt. Also stand ich dann- bevor ich eigentlich wusste, was los ist- in einer Bäckerei und da hab ich erst mal 3 Jahre gelernt. Nach der Lehre hab ich 2 Jahre Ernährung und Hauswirtschaft studiert. Anschließend hab ich ein Jahr lang in einer Kerzenfabrik gearbeitet, um ein bisschen Geld zu verdienen. Nach nem Jahr hatte ich da aber echt die Nase voll (und die auch von mir) und ich hab gekündigt. Zu der Zeit waren hier in der Stadt noch die Amerikaner stationiert und es gab da einen amerikanischen Hard-Rock- Club in der Stadt, die Green Goose. Eines Abends war ich in der Stadt unterwegs und musste mal aufs Klo, als ich gerade da an der Green Goose vorbei lief. Ich ging also rein. An dem Abend war nicht viel los, und der Chef machte selbst die Theke. Wir kamen ins Gespräch- und 2 Martini später hatte ich nen neuen Job. Am nächsten Abend fing ich dann in der Green Goose als Barfrau an. Den Job habe ich dann auch erst mal 8 Jahre lang Vollzeit gemacht . Ich hab den Job auch wirklich sehr geliebt. Auf der anderen Seite des Tresens zu stehen hat es mir ermöglicht, dabei sein zu können, ohne mich unter die anderen mischen zu müssen. Da der Laden immer brechend voll war und es für smalltalk viel zu laut, waren das für mich optimale Arbeitsbedingungen. Nachdem dann die Amis so nach und nach aus Fulda abgezogen wurden, hab ich ne Ausbildung als Piercerin gemacht. Ne Zeitlang hatte ich alleine ein Studio und später zusammen mit einem amerikanischen Tätowierer. Nachdem der dann zurück in die Staaten gegangen ist, bin ich auch wieder „ so eher per Zufall“ an einen Jab als Domina gekommen. Dann bekam ich irgendwann meine Tochter Nummer zwei. Nach der Schwangerschaft wollte ich dann ein bisschen abspecken und ging zu einem Weight Watchers- Treffen. Ein paar Wochen später- an dem Abend, an dem ich mein Zielgewicht erreicht hatte- war die Gebietsbeauftragte von Weight Watchers anwesend und am Ende des Abends hatte ich nen Vertrag als Ernährungsberaterin bei Weight Watchers. Ich wurde von denen geschult und habe dann zwei Gruppen geleitet. Nach 3 Jahren hatte ich dann aber so die Schnauze voll von dem Gejammer der Leute, dass ich den Job gekündigt habe. Ich habe dann eine Zeit lang für einen holländischen Verleger Bizarr- Comics gelettert. (Lettern heißt, auf der Druckvorlage die Texte handschriftlich in die Sprechblasen zu schreiben). Dann, eines Tages an der Schwelle zur 40, kam mir der Gedanke, dass es nun wirklich an der Zeit sei, endlich mal was Gescheites zu tun, und so ließ ich mich in die Altenpflege vermitteln, zunächst einmal als Arbeitsgelegenheit. Irgendwie war ich von Anfang an von dem Gedanken der Altenpflege begeistert, weil ich den Sinn, der hinter dieser Tätigkeit steht, klar erkennen konnte. Man pflegt eben alte Leute. Punkt. Ganz einfach. Und zwar so lange, bis sie sterben. Ich fand und finde das auch heute noch eine tolle und sinnvolle Sache – so gehört sich das. Meine ich jedenfalls. Und es stimmt mir wohl fast jeder zu, wenn ich sage, dass wohl nie-mand gerne in seinen eigenen Ausscheidungen liegen möchte, nur weil er nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Jedenfalls fühlte ich mich berufen und hab mit knapp 40 noch mal ne Ausbildung zur Altenpflegerin gemacht und habe bis zum letzten Jahr Vollzeit in dem Beruf gearbeitet- mein Schwerpunkt in der Arbeit war die Pflege von Schwerstpflegebedürftigen und Sterbenden. Außerdem war ich die Hygienebeauftragte der Einrichtung. Nirgendwo in meiner kunterbunten Berufslaufbahn war die Kluft zwischen dem, was nach außen hin dargestellt wird und dem, was tatsächlich abläuft, tiefer als in der Altenpflege. In den 7 Jahren, die ich in der Pflege gearbeitet habe, hatte ich genug Zeit, das kranke System kennen zu lernen und habe nach meinem Ausstieg im letzten Jahr auch ein Buch zu dem Thema mit dem Titel ,,,und Montag kommt der MDK- Altenpflege am Abgrund“ geschrieben. http://books.google.de/books?id=2SFuBAAAQBAJ&pg=PP1&lpg=PP1&dq=…und+montag+kommt+der+mdk&source=bl&ots=tFOq0tJOVM&sig=DdzcMWHxMJyFFAlcGyLQl12qkEU&hl=de&sa=X&ei=RqoVVPLgGOr4yQOD1oLYDg&sqi=2&ved=0CC4Q6AEwAQ#v=onepage&q=…und%20montag%20kommt%20der%20mdk&f=false Im Moment befinde ich mich nach einer schweren OP seit einem dreiviertel Jahr im Krankenstand, werde aber in Kürze eine berufliche Rehabilitation als Alltagsbegleiterin in einer Behinderteneinrichtung beginnen. Ja- das war in groben Zügen meine berufliche Laufbahn. Nebenbei schreib ich ab und zu mal ein Buch und beteilige mich an verschiedenen Projekten.

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