Spezialinteressen der Frau Anders

Oh ja, die lieben Spezialinteressen. Die wechseln bei mir irgendwie stetig. Ich arbeite mich solange in ein Thema ein bis ich fast alles weiß und dann wird es mir schrecklich langweilig damit. Um mich mal an frühere  und längst vergessene Spezialinteressen zu erinnern, versuche ich mal ein paar hier aufzuschreiben.

Ich habe schon immer gerne gelesen. Selbst als kleines Kind das noch nicht lesen konnte. Phantasiewelten waren schon immer meine. Ich las gerne Geschichten, Bücher und sog alles Geschriebene was ich in die Finger bekam förmlich auf. Ich bin als kleines Kind trotz Ostzeiten mit Mickey Mouse und Donald Duck sozialisiert worden. Mein Vater war damals Lehrer und mußte den Schülern die heimlich mitgebrachten Hefte abnehmen. Naja und die bekam dann halt ich 😉 Ich hab die Dinger geliebt. Ich weiß wirklich alles über Entenhausen und kenne jedes lustige Taschenbuch bis heute komplett auswendig.

Als kleines Mädchen liebte ich natürlich auch Tiere. Insbesondere liebte ich Hunde und Pferde. Ich lernte schon früh alles über verschiedene Pferderassen, las mich in medizinisches Fachwissen ein und was weiß ich nicht noch alles. Natürlich konnte ich damals auch perfekt Pferde zeichnen, was ich fast täglich machte. Ich machte sämtliche Reitausbildungen in sämtlichen Klassen mit und habe viele Jahre lang intensiv Springreiten betrieben weil mir das am meisten Spaß gemacht hat. Ich gewann die dollsten Turniere, hatte irgendwann ein eigenes Pflegepferd usw. Irgendwann verlor ich dann mein „eigenes“ Pferd und trat notgedrungen in einen neuen Verein ein, in dem ich mit all diesen pferdebegeisterten Mädchen die sich permanent miteinander messen mußten nicht klarkam. Das war die Hölle für mich. Also hörte ich irgendwann komplett mit allem was Pferde angeht auf und saß seither nie wieder auf einem Pferd, was ich bis heute sehr bedaure.

Autos waren auch mal mein Spezialinteresse als kleines Mädchen. Ich kannte wirklich jedes Auto und habe sogar als ganz kleiner Stöpsel mit meinem Vater unter unserem Auto gelegen und geschraubt. Ich habe Matchbox gesammelt, mein Zimmer hing voller Autoposter und ich habe geübt Autos am Geräusch identifizieren zu können. Wer mich heute kennt würde das kaum glauben, denn Autos interessieren mich jetzt nur noch zum fahren und alles was Autos angeht ist inzwischen Spezialsache meines Mannes.

Neben den genannten Sachen ist natürlich auch Fußball meine große Liebe gewesen. Ich sammelte alles von meiner Mannschaft, ging zu jedem Spiel ins Stadion, reiste zu Auswärtsspielen und fing an auch selber irgendwann begeistert Fußball zu spielen. Leider war ich nicht besonders gut und da waren ja wieder all die anderen Mädels in der Mannschaft die nicht so cool waren wie ich es erwartet hätte daß ich auch damit irgendwann frustriert aufhörte. Heute bin ich immer noch für Fußball zu begeistern, ich pflege dieses Hobby allerdings nicht mehr besonders intensiv mangels Zeit.

Was gab es denn da noch? Ich interessierte mich schon immer für Schmetterlinge, Käfer und Vögel. Ständig sah man mich mit meinem Bestimmungsbuch rumrennen. Irgendwann wurden aus den Tieren Pflanzen und auch da war ich als Kind ständig unterwegs irgendwas zu bestimmen.

In meiner Pubertät beschäftigte ich mich dann stark mit Religionen und speziell auch dem Satanismus und dem Wiccakult. Alles okkulte faszinierte mich extrem und auch da verschlang ich alles was ich darüber zu lesen bekam. Ich fühlte mich zwischen allen Weltanschauungen stehend und las wirklich alles vom Paranormalem bis hin zur hexenmäßigen Heilkunde. Ich lernte alles über Rituale, Wildkräuter, Heilkunde usw. Letzteres ging dann zusammen mit meinem bisher angehäuftem Wissen über Pflanzen soweit daß ich sogar ein möglichst schlau aufgebautes Lexikon geschrieben habe über Kräuter und deren Anwendung bei verschiedensten Erkrankungen. Auch heute hege ich noch eine große Liebe zum Thema Medizin und lerne alles was man darüber nur lernen kann. Ich bin nur inzwischen wenig „esoterisch“ drauf und deutlich bodenständiger. Ich wäre glaub ich ein toller Mediziner mit einem umfassenden Wissen geworden. Ich ärgere mich noch heute darüber daß ich mir mein Medizinstudium hab ausreden lassen und heute wär mir ein Studium zuviel unbezahlte Leerlaufzeit mit Dingen die ich eh schon weiß. Arzt wollte ich allerdings arbeitstechnisch eh nie sein. Ich wollte wirklich nur das Wissen anhäufen und für mich nutzen. Insofern geht das schon okay. Das kann man ja auch ohne Studium tun und so das Feld ist so groß, daß ich es auch heute noch fleißig tue.

Musik war eigentlich schon immer meine Leidenschaft. Hören wie auch selber machen. Ich vergötterte damals gewisse Bands, ich lernte alles über die Musik die mir gefiel auswendig und versuchte mich auch immer wieder darin die verschiedensten Instrumente zu spielen. Ich habe ein Faible für außergewöhnliche Instrumente und lernte neben Gitarre, Bass und Geige alles was auch nur ansatzweise irgendwie verrückt klang. Inzwischen kann ich etliche Instrumente grundlegend spielen aber keines so richtig. Ich war einfach zu schlecht oder verlor zu schnell das Interesse sobald ich es einigermaßen konnte. Oft fragte ich mich auch, wozu ich das eigentlich lernen sollte. Wir reden hier übrigens von weit über 20 Instrumenten.  Durch meine Liebe ganz besonders zum Irish Folk versuchte ich irgendwann Gälisch zu lernen.

Damit geht es weiter zum Thema Sprachen. Ich muß sie aufzählen um zu wissen wieviele ich mal beherrschte und mir selber angeeignet habe. Das waren neben Deutsch und als norddeutscher natürlich Plattdütsch die Fremdsprachen Englisch, Spanisch, Französisch, Russisch, Portugiesisch, Italienisch, Schwedisch, Griechisch, Arabisch, Latein und bestimmt noch welche die ich vergessen habe. Das natürlich alles inclusive den verschiedenen Dialekten und so. Inzwischen bringe ich sie durch den mangelnden Abruf im Alltag alle komplett durcheinander und habe daher aufgehört es überhaupt zu probieren außerhalb von Englisch. Aber ich könnte sie sicher schnell wieder abrufbar machen, falls es nötig sein sollte.

Ich kann einfach alles supergut und schnell auswendig lernen. Das fliegt mir förmlich zu ohne daß ich mich besonders anstrengen müßte. Gedichte, Liedtexte, Geschichten oder was auch immer. Oft lernte ich die klassischen und berühmten Balladen gleich mal in meinen ganzen Sprachen weil ich es cool fand es einfach nur zu können. Ich hab mal den kompletten Faust auswendig gelernt. Einfach nur so. Ich glaub den kann ich heute sogar noch abrufen. Aber wehe ich will mich mal an meinen vergessenen Einkaufszettel erinnern. Daran scheitere ich kläglich.

Ich habe mich dann auch schon immer sehr für Kunst und Architektur interessiert. Ich war in der Schule im Kunst Leistungskurs und war dort voll in meinem Element. Ich wollte am liebsten Kunst und Architektur studieren und hab keine Ahnung mehr warum das damals als es soweit war keine Option mehr war. Zeichnen kann ich glaub ich halbwegs gut, aber die theoretischen Dinge sind einfach mehr die meinen gewesen.

Tja, was gibts noch. Jonglage und Zirkus. Ich habe einige Jahre die Sommer in einem Behindertenfreizeitverein gearbeitet, der einen richtigen Zirkus betrieb. Ich wohnte mehrere Sommer in einem Zirkuswagen und lernte vor allem jonglieren. Speziell die Feuerjonglage ist mein geliebtes Steckenpferd. Ich liebe das Zirkusleben, ich liebe Feuer und genausosehr liebe ich Mittelaltermärkte und Co. Ich bin mal einige Jahre mit einem Slawenmarkt mitgezogen. Ich habe viele alte Handwerkstechniken gelernt und habe dort zB. Filzkram und Bändchenweberei angeboten. Ja, Handwerkstechniken sind ein weiteres Interessengebiet von mir. Ich komme ja aus einer Selbermachfamilie. Das wurde zum Glück dann auch in meiner Ausbildung als Ergotherapeutin sehr gefördert. Ich liebe spinnen, weben, töpfern und Körbe flechten und lerne alles was mir noch so in die Finger kommt. Hauptsache es ist außergewöhnlich genug. All das fällt mir einfach so zu. Ich bin unwahrscheinlich kreativ und lerne handwerkliches superschnell. Ich sauge jede noch so neue Handwerkstechnik in mich auf. Auch heute noch. Aktuell arbeite ich mich in das Thema Reetdachdecken, Fachwerk und Lehmofenbau ein. Das kann aber morgen schon wieder ganz anders sein…

Aber ein Spezialinteresse war schon immer da und wird wohl auch auf ewig bleiben: der Mensch mit seinem Innenleben, psychisch wie physisch sowie Interaktion zwischen Menschen.

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3 Kommentare

  1. Pingback: Drübergebautes | Andersfamilie

  2. Ich glaube nicht, dass ich ein Spezialinteresse habe. Geritten bin ich als Kind auch zwei Jahre lang und fand es fürchterlich. Musste aber sein wegen Therapie. Es war so laut auf diesem Feld von dem Gekreische der Führerin da und dem Peitschengeschwinge und Hufgehämmer und die Bewegungen auf dem Pferd waren so unnatürlich für mich. Und gestunken hat es natürlich auch widerlich.

    Das Einzige war wohl Geschichte, die finde ich immer noch spannend und zwar, seit ich im Alter von 4 Jahren mal die Serie „Es war einmal der Mensch“ gesehen hatte. Sonst sehe ich bei mir keine Spezialinteressen, weil ich mich nicht übermäßig in Themen einarbeite. Es sind einfach ganz normale Hobbies.

    Lesen war während meiner Kindheit so ziemlich die einzige Beschäftigung, die auch Spaß gemacht hat, aber inzwischen muss ich für das Studium so viel Fachbezogenes lesen, dass es mir auch kaum noch Spaß macht. Da muss das Buch schon besonders gut sein.

    Momentan gucke ich gerne Serien, aber dadurch, dass es so viele gute gibt, fehlt da auch die „besessene“ Einarbeitung. Ich gucke sie halt, googel vielleicht mal was drüber und gut ist.

    Auswendig lernen kann ich zwar gut, mach ich aber ungerne, weil es einfach langweilig ist und ja auch völlig nutzlos. Wenn ich Wissen brauche, googel ich halt. Kein Sinn, dafür Gehirnplatz zu verbrauchen.

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