Über Exekutive Dysfunktion beim Asperger Syndrom

Es geht um die Schwierigkeit, Dinge anzufangen, und/oder aufrechtzuerhalten, und/oder zu beenden. Bei mir ist es hauptsächlich das Anfangen. Und wenn ich etwas mache (z.B. Staubsaugen) habe ich das Gefühl, viel länger dafür zu brauchen als andere und danach viel erschöpfter zu sein.

Das tägliche nicht-mit-dem-Weiterschreiben-der-Abschlussarbeit-anfangen-Können endete in einer Depression. Ich habe es trotzdem geschafft, zu schreiben und die Arbeit abzugeben,indem ich mir gesagt habe, dass Bestehen das Wichtigste wäre und die Note zweitrangig. Außerdem habe ich mir zugestanden, allein schon das Schreiben von ein paar Sätzen als einen großen Fortschritt anzusehen (siehe Video: kleine Schritte). Wenn ich früher endlich mit dem Lernen für eine Prüfung -viel zu spät- angefangen habe, konnte ich allerdings nicht mehr aufhören und habe 2-3 Tage durchgelernt, ohne Hunger/Durst zu spüren. Einen Alarm, um das Anfangen einer Tätigkeit zu initiieren, wie im Video vorgeschlagen, finde ich sehr sinnvoll und werde es ausprobieren.

https://neuroqueer.wordpress.com/2015/12/16/exekutive-dysfunktion-oder-warum-kriege-ich-nichts-hin/

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3 Kommentare

  1. Ich leide auch fürchterlich unter Schreibhemmung. (Ist das eigentlich Autisten-typisch? Bei mir wurde immer wieder der Verdacht auf einen leichten Autismus geäußert, aber eine Diagnose habe ich nie bekommen. Aber auf Blogs von Autisten erkenne ich so einiges von mir wieder.) Die Schreibhemmung ist bei mir auf jeden Fall sehr schlimm und hat mehrmals in einer Depression gemündet.

    Aber dass man viel zu spät mit dem Lernen für eine Prüfung anfängt, ist das nicht bei 70 % der Bevölkerung so??

    Hier ist ein gutes Bild dazu, wie es bei vielen Studenten ist 😉 http://www.entspanntes-leben.com/assets/images/Lernengespenst.jpg

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  2. Ich kenne das auch nur zu gut. Und obwohl ich mich auch stundenlang in eine Sache vertiefen kann ohne eine Pause zu brauchen, bekomme ich andere Dinge gar nicht hin: Steuererklärung, Ablagekorb aufzuräumen und Akten abzuheften…
    obwohl das Ordnen und Strukturieren von Dingen ja eigentlich super ist, leicht fällt und beruhigt. Aber ich bin vorher so aufgeregt, dass ich entweder erst gar nicht anfange, oder aber schon nach 10 Minuten so erledigt bin, dass ich aufhören muss. Mittlerweile habe ich gelernt, dass auch nicht immer alles auf einen Rutsch erledigt werden muss: Ich darf auch erstmal nur alles zusammensuchen, was ich brauche, dann reicht es, wenn ich das Formular ausfülle und schließlich wieder einen Tag später erst alles aufräume oder zur Post bringe. Je nach dem.
    Manchmal hilft das. Aber ich übe noch.

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  3. Das kenne ich gut. In meiner Diplomarbeit hatte ich ewig Hemmungen, mit dem Programmieren anzufangen, bis es am Ende fast zu knapp wurde. Genauso sollte ich endlich anfangen, die Steuererklärung zu machen, zu lernen, wie man Grödeln (Leichtsteigeisen) am Schuh befestigt, wie man Knoten richtig macht (z.B. für Klettersteigsets), und diverse andere Sachen, die ich schon ewig hinausschiebe, weil ich mich so schnell frustrieren lasse, wenn es nicht gleich klappt.

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