Weltenwandlerins Beziehungshandbuch

Wenn ich einen potenziellen Partner kennenlernte, machte ich von Anfang an klar, was meine Tabus und Erwartungen in einer Beziehung sind. Mit jeder neuen Erfahrung, wurde dieses „Beziehungshandbuch“ umfangreicher.

Meine Partner machten den Eindruck, dass sie es verstanden hätten und in der Lage wären, meine Bedürfnisse zu akzeptieren. Scheinbar realisierten sie aber die Tragweite nicht. Dass ich alles ernst meinte, was ich sagte. Mittlerweile weiß ich sehr gut, was mir gut tut und was nicht. Ich kenne beide Seiten: nicht funktionierende und eine funktionierende Beziehung.

Ich schreibe wieder über mich und meine Erfahrungen. Einiges davon wird bei anderen Autisten bestimmt auch zutreffen, aber eben nicht alles und auch nicht bei allen, denn jeder ist anders!

1. Mir ist Kommunikation sehr wichtig!

Wenn Probleme oder Missverständnisse aufkommen, muss ich darüber reden und erwarte, dass mein Partner auch redet/ zuhört.

Nur wenn negative Gefühle/ Erlebnisse angesprochen werden, kann ich sie erkennen, auswerten und daran arbeiten. Ich bemerke sehr schnell, wenn „etwas nicht stimmt“. Viel mehr weiß ich dann aber auch nur selten. Deswegen spreche ich es an, versuche herauszufinden, was los ist. Ich leide mit, wenn mein Partner leidet und es steigert sich, wenn ich nicht erfahre, WARUM er leidet. Nur wenn ich es weiß, kann ich daran arbeiten.

2. Mein Partner muss über den eigenen Tellerrand sehen können.

Ich mache/ sage oft Dinge, die für Außenstehende unerklärlich sind. Fragt man mich aber gezielt danach, kann ich es gut erklären und versuche meine Perspektive zu zeigen. Welches Verhalten meinerseits dahinter stand. Leider können nicht sehr viele Menschen komplett „umdenken“ und bleiben lieber bei ihrer Perspektive, die die „einzig wahre“ ist.

3. Ich brauche Nähe UND Distanz

Je mehr ein Partner „klammert“ und mir meine Freiheit „raubt“, weil ich und meine Energie als selbstverständlich angesehen werden, desto mehr ziehe ich mich zurück. Brauche Luft zum atmen.

Ich meine es nicht böse oder verletzend, wenn ich alles um mich herum „ausblende“ und meine Spezialinteressen verfolge. Ich weiß, dass es oft verletzend angesehen wird, aber ich kann darauf nicht verzichten, wenn mein inneres Gleichgewicht nicht aus den Fugen geraten soll.

Das ist meine Methode der „Erdung“ und Energieschöpfung. 24 Stunden reichen dabei oft nicht aus, wenn ich längere Zeit keine Möglichkeit hatte, für ein paar Stunden mal

meinen Hobbies nachzugehen und dabei über mich selbst/ die Welt nachzudenken.

Mindestens zwei Mal im Jahr fahre ich deswegen für ein paar Tage ganz alleine ans Meer. In schlimmeren Phasen können das auch 2 oder 3 Wochen werden. Danach bin ich aber so gestärkt, dass ich für einige Monate Energie habe.

Mein Partner muss damit umgehen können, dass ich „spontan“ für mehrere Tage aus dem gemeinsamen Leben verschwinde, aber immer wieder zurückkomme und es keineswegs ein Zeichen dafür ist, dass die Beziehung „kriselt“.

4. Ich hasse Überraschungen, die meine eigenen Pläne/ Ansichten durchkreuzen.

Ein Ex von mir hatte Konzertkarten gewonnen und hat mich damit überrascht. Schon Tage vorher merkte ich, dass er etwas „im Schilde“ führt. Er sagte mir natürlich nicht, was. Es sollte ja eine Überraschung sein! So wurde ich immer nervöser, weil ich nicht wusste, ob es mir gefallen wird, was er vorhat.

Am Tag des Konzerts sagte er mir, dass ich mich doch schick machen solle, weil wir wegfahren. Er sagte mir nicht wohin oder sonst irgendetwas. Somit stellte ich viele Fragen: „Gehen wir ins Restaurant?“ – „Gehen wir ins Kino?“ usw. Alles wurde nur mit Nein geantwortet… „Wie sind denn die Menschen gekleidet, die dorthin gehen?“ – „Rockig“ Ich freute mich, dass er mit mir in meine Lieblingsdisko ging (ein recht ruhiger und entspannter Laden mit vielen Nebenräumen und Rückzugsmöglichkeiten). Ich machte mich also so zurecht, als würde ich in die Disko fahren. „So willst du gehen?!“ – „Fahren wir nicht ins „XY“?“ – „Nein“

Enttäuschung machte sich breit, weil das wirklich ein schöner Abend geworden wäre.

Er gab mir ein paar „Tipps“ bezüglich der Garderobe. Während ich mich umzug kam er zu mir, sagte mir, dass ich aufhören kann, weil es heute nichts mehr wird. Ich stellte ihm so viele Fragen, bis er mir verriet, wo es hingehen sollte: ein Konzert! Ich war so froh, dass es abgesagt wurde, weil der Tourbus der Band im Schnee steckengeblieben war…. So hatte ich Zeit, mich auf den Ersatztermin vorzubereiten und die Band erstmal „kennenzulernen“. Die Überraschung hätte deutlich nach hinten losgehen können, weil ich extremer Lautstärke und vielen Menschen ausgesetzt wäre. Außerdem war es etwas „Neues“, weil mein bisher einziger Konzertbesuch mit 9 Jahren als Ostergeschenk meiner Eltern war.

Überraschungen sollten also gut durchdacht sein und möglichst wenig „Variablen“ erhalten, was meinen „normalen“ Tagesablauf betrifft. Da sind mir symbolische, kleine Gesten deutlich lieber… ein Brief, ein Foto, kleine Gegenstände, die ein gemeinsames Erlebnis aus der Vergangenheit charakterisieren o.ä.

  1. Ich brauche einen Mann, der romantisch sein kann

Ja, ich bin eine romantische Autistin. Romantik habe ich als frühes Spezialinteresse „inhaliert“. Disney-Filme, Märchen, später Dramen… Ich suchte dabei nicht den „Ritter auf dem weißen Pferd“, sondern einen Mann, der mich so sehr liebt, dass er solche Dinge, wie im Märchen, für mich tun würde. Ich aber ebenso bereit bin, einen hohen Preis für unsere Liebe zu bezahlen. Manche nennen es kitschig, ich nenne es Selbstwert.

In meinen Partnerschaften ging ich in gewisser Weise symbiotische Verbindungen ein. Wenn ich meine Energie dafür nutze, dass es meinem Partner bgut geht, geht es mir auch gut. Nutzt er die „übertragene Energie“ dafür, mir auch welche zu übertragen bzw. mich mit meinen Problemen zu unterstützen, kann uns so schnell nichts trennen, weil wir ausgeglichen sind.

Das wird ziemlich verworren und komplex, wenn mein Partner eben diese „Mühe“ nicht aufbringt und Energie von mir „stielt“, weil es aus seiner Sicht vollkommen normal ist, dass ich seine Aufgaben zusätzlich zu meinen Aufgaben alleine bewältige. Ist dieser Punkt in einer Beziehung erreicht und keine Bereitschaft des „mir-zuhörens“vorhanden ist, rutscht nicht nur meine Stimmung weiter ab, sondern auch die meines Partners. Ich bin zu jeder Zeit bereit, Kompromisse einzugehen und darüber zu reden.

Auch habe ich es in meiner schlimmsten Beziehung mit verschiedenen „Kleinigkeiten“ ausprobiert, ihn „wachzurütteln“ und zu zeigen, dass ich gar nicht so viel verlange. Dass meine „Forderungen“ sehr realistisch und für ihn keinen großen Mehraufwand bedeuten.

Briefe, Gesten des Entgegenkommens, das für mich im Endeffekt nur eine dauerhafte „Mehrbelastung“ bedeutete, weil Dinge, die ich „ausnahmsweise“ übernahm, zur Selbstverständlichkeit wurden.

Wenn mein Partner mir immer wieder zwischendurch zeigen kann, wie viel ich ihn bedeute, habe ich wahnsinnig viel Energie, um das gemeinsame Zusammenleben zu verbessern. An gemeinsamen Träumen und Zielen zu arbeiten… bedingungslos und langfristig.

Meine „Romantik“ zeigt sich in kleinen Gesten. Mein Freund und ich haben einen Haushaltsplan und die Aufgaben etwas verteilt (zumindest die, die ich absolut nicht gerne mache). Dafür mache ich die Dinge, mit denen er Probleme hat. Alles andere machen wir so, wie es gerade anfällt/ wem es auffällt.

Er ist z.B. für den Müll und (freiwillig) die Küche zuständig. Wenn mir von diesen Aufgaben etwas auffällt, was ich erledigen kann, dann mache ich es, um ihm zu zeigen, dass ich ihn unterstütze.

Für „besondere“ Anlässe oder einfach, weil ich gerade Lust dazu habe, überrasche ich ihn mit Dingen, die er gerne macht/ die ihn garantiert glücklich machen.

Dafür muss ich meinen Partner aber gut kennen. Muss „aktiv zuhören“ können und mir eigene Gedanken dazu machen. So zeige ich meinem Partner, dass ich während seiner Abwesenheit an ihn Gedacht habe oder wie gut mir ein besonderes Erlebnis mit ihm gefallen hat.

Je nachdem, wie viel mich gerade beschäftigt, können diese „Aufmerksamkeiten“ geringer werden, weil ich dafür keine Kraft/ Zeit habe. Sie verschwinden aber nie und einem aufmerksamen Beobachter fallen sie auch auf!

Damit mein Partner mich auf ähnliche Weise überraschen kann, muss er mir auch zuhören können und in der Lage sein, meine „komplexe Welt“ richtig auszuwerten.

6. Humor „dosieren“

Ich bin selbst sehr humorvoll. Das erkennen aber meist nur die Menschen, die mich sehr gut kennen. Ich liebe die Selbstironie und Situationskomik. So oft, wie mir schon die verrücktesten Sachen passiert sind, bleibt mir da oft auch gar nichts anderes übrig. 😉

Dabei kann ich auch sarkastisch werden, jedoch ist es bei mir sehr gut zu erkennen, da ich es so „überzogen“ mache, dass es jeder (aus meinem näheren Umfeld) erkennt.

Am besten kann ich mit trockenem sarkastischen Humor umgehen, muss dafür aber eine Person extrem gut kennen, um einzuschätzen, was ernst gemeint ist und was nicht.

Das dauert oft Jahre! Je besser ich jemanden kenne, umso humorvoller werde ich. Weil ich immer mehr Situationen besser einschätzen kann und genau weiß, ob mein Gegenüber das auch lustig finden würde – oder nicht. Erst nach einem sehr lockeren, offenen und verständnisvollen Umgang miteinander, kann ich „lustiger“ werden. Dann aber oft so, dass anwesende Personen nur schwer wieder aus dem Lachen kommen.

Mir ist es bei vielen anderen nicht möglich, Sarkasmus/ Doppeldeutigkeiten zu erkennen, weil sie für mich exakt so wirken, wie die „Wahrheit“, jedoch einen logischen „Haken“ haben. Ich bin dann erst verwirrt und nachdem es mir erklärt wurde und ich es verstanden/ nachvollzogen habe, kann ich lachen. Das ist dann die berühmte „lange Leitung“ oder Resistenz gegenüber des „Schnellmerker-Gens“.

Deswegen ist es wichtig, dass mein Partner seinen Humor auch „dosieren“ kann. Ihn entweder so anwendet, dass selbst ich heraushöre, dass es ein Scherz ist oder so deutliche Situationen wählt, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als es so zu verstehen, wie es gemeint ist.

7. Nur konstruktive Kritik!

Ich habe oft gehört, dass irgendetwas nicht gut war, was ich gemacht habe. Dabei aber nicht erfahren, WARUM es blöd war. Aus meiner Sicht sind es logische Verhaltensweisen, die mich aus unerklärlichen Gründen immer wieder vor Probleme stellten.

„Das kannst du so nicht machen!“ bringt mir nichts, wenn ich nicht weiß, was daran „falsch“ war. „Das kannst du so nicht machen, weil die andere Person/ ich es „so und so“ verstehe/ sehe.“

Kritik mit Begründung und/ oder Verbesserungsvorschlägen mag ich sehr gerne, weil es mir hilft, mich zu „entwickeln“. In der Schule gab es damals auch oft Situationen, in denen ich keine Möglichkeit hatte, es zu erklären und die Lehrer mich mit schlechten Noten „bestraften“. Klassenarbeiten in Aufsatzform waren oft trotz nahezu perfektem Deutsch falsch. „Thema verfehlt!“

Ich verstand dabei nur, DASS es falsch war. Mir wurden aber die Aufgabenstellung und die genauen Erwartungen nicht erklärt.

8. Zärtlichkeiten können phasenweise recht spärlich auftreten.

Manchmal sind meine Gedanken so zahlreich und schwer, dass sich meine Körperwahrnehmung distanziert. Ich bin dann weniger Kontrolle über meine Motorik und bin nicht vollkommen „anwesend“. Es reicht, um alles mitzubekommen und entsprechend meiner Kraft zu reagieren, aber ich teile mir meine „Reserven“ ein. Wenn ich mehr in meinen Gedanken bin, habe ich absolut keine Lust auf Zärtlichkeiten. Ich brauche sie in solchen Phasen nicht, weil es bedeuten würde, dass ich aus meiner „Gedankenwelt“ verschwinden müsste und dabei versuche, sie „zurückzuhalten“, um meine Aufmerksamkeit nicht wieder aus sie zu lenken.

Ich bin auch schnell durch Sinneseinflüsse erschöpft. Mir steht in jeder Wachphase ein gewisses Pensum zur Verfügung, das an ruhigen Tagen schonmal 14 Stunden reicht.

Je anstrengender der Tag war und je mehr unvorhersehbare Dinge geschehen, desto schneller werde ich müde. So kommt es immer wieder vor, das ein Mittagsschlaf zu einer 6-stündigen Schlafphase wird und ich anschließend trotzdem noch die ganze Nacht bis zum Morgen durchschlafen kann.

Wenn ich nicht die Ruhezeiten bekomme, die ich haben müsste, verlängert sich die anschließende „Rehabilitationsphase“ bzw. meine Leistungen fallen bis dahin immer weiter ab.

Wenn ich Lust habe, mache ich es auch irgendwie deutlich.

Solange ich einen Partner habe, der Sex nicht als „Besonderheit“ sieht, sondern nur zur Befriedigung der Triebe, ist die Beziehung schon zum Scheitern verurteilt.

Das Pensum meiner Zärtlichkeiten besteht oft nur aus „im Arm liegen“ oder zwischendurch umarmen. Das bedeutet aber nicht, dass ich meinen Partner unattraktiv finde oder sogar einen anderen habe.

9. Mein Partner muss mit Ehrlichkeit umgehen können

Ich sage oft, was ich denke. Vollkommen ungeschönt und aus meiner Perspektive. Ich kann Verhaltensweisen von Menschen gut einschätzen, wenn ich entweder Informationen darüber gesagt bekomme, oder sie selbst entdecke.

Deswegen kannte ich einige Partner besser, als sie sich selbst. Mein Partner darf sich dadurch nicht verletzt fühlen, sondern sollte es als eine Möglichkeit sehen, GEMEINSAM daran zu arbeiten.

Die meisten meiner Partner sagen es als persönlichen Angriff, wenn ich (konstruktive!) Kritik übte. Auch kann diese Ehrlichkeit (wenn es vergangene Erlebnisse betrifft) andere Menschen sehr stark bewegen und sie depressiv machen. Das habe ich alles schon erlebt!

Ich war niedergeschlagen, weil mich etwas beschäftigte, was mir zugestoßen war, mein damaliger Partner fragte mich, was mich bewegt und ich erzählte es ihm.

Er war danach noch fertiger als ich und schlitterte geradewegs wegen MEINER Erfahrungen in eine Depression. Mein Kummer über die eigentlichen Sorgen wandelte sich um Angst, ob er die schon ausgesprochene Wahrheit verkraften kann.

Ehrlichkeit ist ein Segen, wenn Betroffene damit WIRKLICH umgehen können und in der Lage sind, fremde Sichtweisen von der eigenen Gefühlswelt auf rationaler Ebene „fernzuhalten“. Natürlich kann/ darf man trauern, gemeinsam weinen. Die Ehrlichkeit des Anderen sollte aber nicht so große Macht über die eigene Gefühlswelt haben, dass sie bei einem selbst deutlich mehr Ballast auflädt, als bei der betroffenen Person selbst.

Ich sehe in Ehrlichkeit keine Wertung. Es ist für mich eine Möglichkeit, einen anderen Menschen besser kennenzulernen und ihm auch die Möglichkeit zu geben, mich richtig und nicht nur oberflächlich zu verstehen.

10. Gemeinsame Interessen

Um langfristig eine glückliche Partnerschaft zu führen, ist es wichtig, mindestens ein gemeinsames Interesse zu finden. Ich brauche etwas, woran ich gemeinsam mit meinem Partner arbeiten kann. So habe ich die Möglichkeit, gemeinsam mit ihm ein Spezialinteresse auszuleben und zu vertiefen. Dabei bin ich wirklich begeisterungsfähig und solange mein Partner Spaß daran hat, habe ich selbst auch Spaß daran. So kamen bei mir schon vollkommen neue Interessen auf, die ich vorher überhaupt nicht verfolgt habe. Ich wurde z.B. ein riesen Fußballfan und bin regelmäßig ins Stadion gegangen.

Advertisements

Warum ich es gut finde, nicht normal zu sein

Ich bin stark!

Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, haben mich wachsen lasen. So grotesk es auch klingen mag – ich möchte sie nicht missen. Jede einzelne Erfahrung hat mich zu der Frau gemacht, die ich jetzt bin. Das ist der Schmetterlingseffekt. Wenn nur die kleinste Sache in meinem Leben anders gelaufen wäre, hätte es mich in andere Richtungen gebracht. Es wäre ein Verrat mir selbst gegenüber, wenn ich mir wünschte, dass meine Vergangenheit anders verlaufen wäre. Ich mag mich so, wie ich bin!

Ich bin unvoreingenommen!

In meiner Denkweise existiert nur meine eigene Meinung. Ich beziehe andere Meinungen/ Sichtweisen mit ein, bilde mir aber mein eigenes Urteil darüber. Es ist möglich, mich von einem alten Urteil abzubringen, auch wenn es manchmal schwieriger wird.

Ich bin tiefgründig!

Da ich immer schon sehr viel über mich nachgedacht habe, kenne ich mich sehr gut. Dabei sehe ich nicht nur meine Perspektive, sondern werte auch die von anderen aus. Mein Interesse an Psychologie und menschlichen Verhalten, hat eine große „Datenbank“ an Informationen hervorgerufen, die ich jeder Zeit in meine Gedanken einbinden kann. So ist es mir möglich, deutlich tiefer in meine „Seele“ schauen zu können, als es viele andere schaffen/ möchten.

Ich bin kreativ!

Meine Gedanken rasen immerzu, was mir oft lustige „Gedankenkombinationen“ erlaubt. Sei es „zufällig“, wenn ich eigentlich über etwas ganz anderes nachdenke oder die bewusste Kombination verschiedenster Puzzleteile. Ich liebe das und nutze es oft, um ganz besondere Ideen/ Dinge zu schaffen.

Ich bin scharfsinnig!

Meine geschärfte Wahrnehmung erlaubt mir, die Umwelt detaillierter zu erfassen. So stehen mir mehr Informationen zur Verfügung, die oft etwas offensichtliches entdecken, was andere übersehen haben.

Ich bin optmistisch!

Mein Humor ist die trockene Selbstironie. Situationskomik kann mich so sehr einnehmen, dass ich scheinbar ewig weiter lachen und mich erst nach langer Zeit allmählich beruhigen kann. Wenn mir etwas peinliches/ dummes passiert, muss ich meist selbst darüber lachen. Wenn nicht sofort, dann etwas später bei nüchterner Betrachtung der Geschehnisse.

Es gibt natürlich auch Situationen, die alles andere als amüsant sind. Selbst dann denke ich daran, dass mich jeder vergangene Tag einen Tag näher an den Zeitpunkt bringt, an dem es vorbei ist. So kann ich anhaltende Schmerzen besser ertragen oder auch für Schicksalsschläge Energie aufbringen, die mich nicht stehenbleiben lässt. Mein Optimismus ist eine nicht versiegende Quelle an Energie. Solange ich mir selbst treu bleibe und nicht vergesse, wer ich bin, steht mir diese Quelle zur Verfügung.

Ich bin ablenkbar!

Wenn ich traurig bin, ist es nicht schwierig, mich etwas fröhlicher zu stimmen. Schon kleine Gesten können bewirken, dass ich für einen Moment die Trauer vergesse.

Meine Ablenkbarkeit ist zwar oft von Nachteil, aber manchmal auch ein großer Helfer.

Ich bin begeisterungsfähig!

Meine Interessen sind so breit gestreut, dass ich eigentlich immer ein Thema finde, mit dem mein Gegenüber mich begeistern kann. In einer Partnerschaft können das neue Hobbys sein und bei Bekannten besondere Themen, die ich weiter verfolge, um darüber gemeinsam diskutieren zu können. Es gibt nicht sehr viele Themen, bei denen ich mich komplett „ausklinke“. Da fallen mir jetzt nur Politik, Geschichte und Erdkunde ein. In den Bereichen ist mein Wissen sehr gering, weil ich mir nichts davon merken kann.

Ich bin flexibel!

Der Alltag hat mich im Griff und Planänderungen können mich sehr belasten. Je weiter ein Datum aber entfernt ist, desto leichter kann ich meine Pläne neu ordnen. Momentan stellt sich bei mir noch die Frage nach der beruflichen Orientierung. Sehr oft sprang mein „Ziel“ schon in unterschiedliche Richtungen. Sobald ich erkannt habe, dass ich wichtige Aspekte übersehen habe und diese aufgrund meiner Schwierigkeiten nicht zu schaffen sind, habe ich eine Alternative gesucht. Ich habe jetzt ein genaues Ziel vor Augen und mich für einen Beruf entschieden, in dem ich schon viel Erfahrung gesammelt habe und die Möglichkeit habe, eine Ausbildung zu beginnen. Wobei ich schon öfter gesagt habe, dass es DAS jetzt ist….

Flexibel ist nicht nur meine Zukunftsplanung, sondern auch meine allgemeine Sichtweise.

Je mehr Informationen mir zur Verfügung stehen, desto genauer bildet sich das passende Bild vor meinen Augen. Manchmal bedeutet das auch, etwas vollkommen Neues zu sehen. Deswegen ist meine Meinung flexibel und nicht „in Stein gemeißelt“.

Autismus und Messie – geht das?

Aus eigener Erfahrung heraus: ja, das geht und ist bei dem Erscheinungsbild und den Auslösern des Messie-Syndroms auch nicht sonderlich überraschend.

Es wird oft von ordnenden und peniblen Autisten berichtet. Bei mir ist das nicht so. Im Prinzip schon, weil ich das gerne schaffen würde, aber es ist für mich überaus anstrengend, das zu erreichen. Ich stehe meinem Chaos täglich im Kampf gegenüber.

Der Begriff Messie dürfte jedem geläufig sein, jedoch habe ich selbst erfahren müssen, dass dabei weniger die Auslöser betrachtet werden, als das Ausmaß.

„Räum doch mal auf!“ – „Das ist ekelig!“ – „Du bist faul!“ – „Das ist krankhaft!“

Aber wirklich geholfen, hat mir dabei keiner (von den wenigen, die es wussten).

Ich möchte nun die grobe Charakteristik des Syndroms aufzeigen und anhand meiner Erfahrungen/ Gefühle/ Gedanken genauer darauf eingehen. Ich orientiere mich dabei am Wikipedia-Artikel, da er für den Einstieg in das Thema ziemlich gut ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Messie-Syndrom

Der Wikipedia-Artikel beginnt, wie folgt:

„Der Begriff Messie-Syndrom bezeichnet schwerwiegende Defizite in der Fähigkeit, die eigene Wohnung ordentlich zu halten und die Alltagsaufgaben zu organisieren; es können ernsthafte seelische Störungen vorliegen. (…)

Die Störung wird auch als Desorganisationsproblematik bezeichnet. (…)“

Weiter heißt es bei der Definition:

„Das Messie-Syndrom ist eine psychische Wertbeimessungsstörung, das heißt Betroffene schätzen Wert und Nutzen verschiedener Dinge anders ein als der Durchschnitt der Bevölkerung. (…)

Einige Messies sammeln nur eine bestimmte Art von Dingen, andere sammeln alles und werfen überhaupt nichts weg, da sie sich nicht davon trennen können.

Teilweise führt dieses Verhalten zu Verwahrlosung und Vermüllung, Schwierigkeiten im sozialen Umgang oder anderen Problemen. Allerdings ist keines dieser Symptome charakteristisch für das Messie-Syndrom. Viele Messies führen nach außen ein völlig normales bürgerliches Leben.“

Symptomatik:

  • Unordentlichkeit bis zu Geruchsbelästigung und hygienischen Problemen
  • zwanghaftem Sammeln wertloser oder verbrauchter Dinge
  • chronischen Problemen mit Zeiteinteilung und Pünktlichkeit
  • „Lähmung“ der Handlungsfähigkeit auch in wichtigen Situationen
  • Versäumen bzw. Nichterledigen (Aufschieben) normaler sozialer Verpflichtungen. (Es kann beispielsweise vorkommen, dass die gesamte Post – ob Werbung, wichtige Briefe oder Mahnungen – ungeöffnet liegenbleibt.)
  • eingeschränktem sozialem Umgang, den u. a. eine oft extrem unordentliche Wohnung mit hervorruft
  • Hilflosigkeit unter dem Druck des Chaos

(…)

Die Betroffenen sind meistens unfähig, den realen Wert dieser Gegenstände einzuschätzen und zwischen wichtig und unwichtig, brauchbar und unbrauchbar zu unterscheiden. Oft sehen sie die Irrationalität ihres Hortens zwar ein, sind aber nicht in der Lage, der Einsicht entsprechend zu handeln.

(…)

Darüber hinaus haben Messies häufig Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen, Notwendiges zu erledigen und ihre Handlungen gemäß eigener Zielsetzungen effektiv zu steuern. Insbesondere die Umsetzung geplanter Handlungen, die nicht aktuell befriedigend sind, fällt ihnen schwer, ebenso eine aufgabengerechte Zeiteinteilung. Ähnlich wie bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind also die sogenannten exekutiven Funktionen gestört.

Auch haben Messies oft das Problem, dass sie sich voller Elan in neue Aufgaben stürzen, viel organisieren und letzten Endes dann feststellen, dass sie dieser Aufgabe nicht gewachsen sind. So bleiben viele angefangene Projekte liegen und tragen dazu bei, die Unordnung im Leben zu vergrößern.

Viele Messies schämen sich ihrer Unordnung und leiden darunter. Auch infolge sozialer Isolation halten es viele Betroffene nicht für möglich, dass andere unter denselben Schwierigkeiten leiden. Dies erschwert ihnen häufig, ihr Problem zu erkennen und Hilfe zu suchen. Nach außen sind Messies meistens unauffällig. Sie erscheinen oft als offene, optimistische, vielseitige und kreative Menschen. Manchmal haben sie – scheinbar paradox – eine Tendenz zum Perfektionismus.

(…)

Und zuletzt zu den Ursachen:

(…)

Die Ursachen können im „Verlassen-Werden“ von angenehmen Dingen liegen. Jemand, der sich etwas zulegt, einkauft oder von jemandem beschenkt wird, verbindet mit dem erworbenen Besitz eine nicht zu unterschätzende angenehme Erinnerung. Für den Messie, der nie oder selten in seinem Leben Zuneigung oder Bestätigung bekam, ist diese Erinnerung des angenehmen gekauften Besitzes das Einzige, woran er sich klammern kann. Eine Erinnerung, die er nicht wieder verlieren will. So hortet der Messie sie.

(…)

Das Messie-Syndrom kann auch Folge eines Traumas sein, also einer seelischen Verwundung oder eines Schicksalsschlages, die den Betreffenden aus der Bahn warfen. Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von fehlgelaufener Trauerarbeit oder von einer Anpassungsstörung.

(…)

Als Beispiel nun der Verlauf des Syndroms bei mir:

Mein Kinderzimmer hatte ein anderes Ordnungssystem, als es bei anderen Kindern der Fall war. Ich wusste immer, wo etwas ist und hatte die Spielsachen, mit denen ich mich viel beschäftigte immer in „Sichtweite“. Ich erinnere mich daran, dass ich oft traurig war, wenn mein Zimmer aufgeräumt wurde und ich nichts mehr so vorfand, wie ich es verlassen hatte. Manche Dinge fand ich schnell wieder – andere musste ich lange suchen. Beim Kinderarzt sortierte ich immer die Bücher und Spielsachen im Wartezimmer. Meine Mutter erwähnte oft, dass sie das nie verstand. Zuhause unordentlich und wo anders räume ich auf.

Ich selbst war aber nicht „unordentlich“, ich hatte meine „eigene Ordnung“. Quasi ein System im vermeintlichen „Chaos“.

Je älter ich wurde, desto voller wurde mein Zimmer. Es war nicht „überfüllt“. Ich konnte darin spielen, der Boden war (abgesehen unmittelbar vor Wänden) frei. Dennoch drängte meine Mutter mich, endlich Ordnung zu schaffen, was ich nicht tat, da es für mich ja schon ordentlich war.

Irgendwann kamen mir auf dem Weg nach Hause Kinder entgegen, die genau die Spielsachen hatten, die ich auch hatte. Ich realisierte es nicht, sondern freute mich darüber, dass ich genau mit diesen Dingen auch spielen kann. Ein paar Meter weiter realisierte ich dann, dass es nicht nur die gleichen, sondern tatsächlich meine Spielsachen waren! Sie standen in Müllsäcken am Straßenrand. Wie ich darauf reagierte, ob ich rebellierte oder es „schluckte“, weiß ich nicht mehr. Da endet meine Erinnerung.

Im Alter von etwa 14 Jahren bemerkte ich, dass ich meine Mutter aus meinem Zimmer heraushalten kann, wenn es noch unordentlicher wird. Leider fand bei ihr ein „Gewöhnungsprozess“ statt und die Unordnung reichte nicht mehr aus. Somit legte ich nach. Das war aber immernoch „nur“ die Unordnung einer Chaosprinzessin. Keineswegs eines Messies.

Ich schaffte es, immer wieder die Sachen zu ordnen, wenn ich Besuch bekam. Was zugegeben sehr selten war, aber nicht immer zu vermeiden. Mit 16 Jahren hatte ich die ordentlichste Phase meines Lebens. Ich lernte meine erste Liebe kennen. Nach der Trennung artete es zum ersten Mal in Vermüllung aus. Ich konnte nichts aus unserer Zeit wegwerfen. Auch Dinge, die mich während meiner Trauerphase an ihn erinnerten, wurden mit auf mein Zimmer genommen (Zeitungen mit bestimmten Daten, Flyer des Kinos, in dem wir waren etc.).

Zwei Jahre später, nach der Trennung meiner zweiten ernsteren Beziehung (in der Zwischenzeit gab es noch andere Beziehungen, die mich aber emotional nicht so sehr mitgenommen haben), verkroch ich mich auf mein Zimmer. Ich kam nicht mehr heraus, verlor meinen Tag- und Nachtrhythmus. Blieb nachts wach, weil es dann still im Haus war und fuhr morgens mit dem Auto weg, damit meine Eltern nicht merkten, dass ich nicht mehr zur Schule gehe. Ich fuhr auf einen stillen Parkplatz und schlief im Auto, bis die Schule vorbei war. Dann fuhr ich zurück – ging auf mein Zimmer und vegetierte in meinem Chaos. Nachts schlich ich mich nach unten, um neue Getränke- und Essensvorräte zu holen und ließ Geschirr/ Verpackungen etc. in meinem Zimmer, weil ich es so selten wie möglich verlassen konnte/ wollte.

Mit 21 Jahren hatte ich die dritte, sehr schmerzhafte Trennung. Von da an war mir bewusst, dass es kein „normales“ Chaos ist, weil ich gerade nicht die Kraft habe, es anzugehen, sondern tatsächlich das Messie-Syndrom.

Es ist unglaublich viel Scham damit verbunden und ich litt selbst darunter. Ich wollte/ brauchte Ordnung und Struktur, bekam sie aber selbst nicht hin.

Dadurch gab es viele familiäre Probleme, die mich stark belastet haben, weil angenommen wurde, ich mache es absichtlich und in Wahrheit doch vollkommen überfordert und um Hilfe schreiend war.

Heute habe ich es relativ gut im Griff. Ich bin nicht die Ordentlichste, aber es ist meist so, dass ich Besuch empfangen könnte. Es kostet mich immernoch sehr viel Kraft, dem täglichen „Krieg gegen das Chaos“ anzugehen. Es gibt immer wieder Phasen, in denen das Chaos wieder überhand nehmen zu droht, aber ich schaffe es dann, es wieder zu beseitigen, weil ich weiß, wie schwierig es für mich war, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Ich habe zu große Angst, dass eines Tages wieder der Punkt erreicht sein könnte, an dem das Chaos für mich zu groß wird.

Ich möchte euch meine effektivste (und kleinste) Herangehensweise nicht vorenthalten:

ich verlasse einen Raum nicht, ohne zu sehen, ob sich etwas in diesem Raum befindet, das ich auf meinem Weg zum nächsten Raum seinem eigentlichen Platz ein Stück näher bringe. Auch habe ich mittlerweile meine „Sammelstellen“ für Gegenstände, die wieder an ihre „alten Plätze“ zurückgebracht werden müssen. Wenn ich dann an diesen Sammelstellen vorbeilaufe, nehme ich es mit. Mir war nicht bewusst, wie viel auf diese Weise aufgeräumt werden kann, ohne dass es ein sonderlicher Mehraufwand ist.

Jedem, dem es ähnlich geht, kann ich nur raten: gehe nicht mit leeren Händen durch die Wohnung/ das Haus. Nutze Wege, die du sowieso laufen musst!

Mangelndes Urvertrauen und sexuelle Verunsicherung – Gedanken einer Autistin

Ich möchte nicht erklären, was Autismus ist und was es nicht ist. Ich schreibe über mich, meine Erfahrungen und MEINEN Autismus. Ich denke, wer diesen Artikel gefunden hat, wird sich schon etwas intensiver mit dem Thema Autismus auseinandergesetzt haben.

Wie ich in meinem vorherigen Post schon angedeutet habe, bin ich als Kind einer schizophrenen Mutter aufgewachsen. Das kann der Auslöser dafür gewesen sein, dass einige meiner autistischen Verhaltensweisen in gewisser Weise verstärkt wurden. In meiner Familie konnte ich einige „Verdachtsautisten“ ausmachen. Somit ist hier eine erbliche „Vorbelastung“ gegeben.

Väterlicherseits sind es „starke Persönlichkeiten“, die trotz Hindernissen ein „normales“ Leben führen können. Mütterlicherseits hingegen kamen fast alle Familienmitglieder ins Straucheln. Haben frühe Traumata erlebt und bis ins Erwachsenenalter (teilweise bis zum Tod), nie festen Boden unter den Füßen gefunden.

Nun trafen in meinem Elternhaus zwei vollkommen verschiedene Welten aufeinander. Mein Vater ist ein unbändiger Optimist und glaubt an das Gute im Menschen. Meine Mutter hingegen kann nicht vertrauen und sieht „Gutes“ nicht, selbst wenn es sich vor ihr offenbart.

Ich fühle mich mit meinem Vater mehr verbunden, weil wir uns sehr ähnlich sind. Ebenso wie er, bin ich Optimistin. Ich versuche immer das Beste aus einer Situation zu machen. Meine Mutter hingegen wählt das geringste Übel.

Vom Prinzip her erreichen wir vielleicht das Gleiche. Ich bin dann aber mit dem erreichten zufrieden, weil ich mein Möglichstes getan habe. Meine Mutter sieht es nur als Enttäuschung, weil ja doch so viel mehr möglich gewesen wäre.

Ich habe als Kind nie angezweifelt, dass meine Mutter „funktioniert“. Sie war eben meine Mutter und aus Sicht eines Kindes muss die Mutter funktionieren.

Zu diesem Zeitpunkt war unser Verhältnis schon deutlich ungewöhnlich, wenn auch noch nicht für Außenstehende sichtbar. Meine Mutter beschäftigte sich mit mir und ich auch mit ihr. Aber es war nie so, wie mit meinem Vater. Mit ihm tobte ich gerne, nahm ihn in den Arm, gab ihm einen Kuss. Das kenne ich von meiner Mutter nicht.

Ich fühlte mich immer etwas befremdlich, wenn ich Trost bei ihr suchte, weil es trotz körperlicher zu keiner emotionalen Nähe kam.

Bis zur Pubertät empfand ich mein Leben als glücklich. Ich eckte nicht so oft an, wurde so genommen, wie ich war, weil ich die gesellschaftlichen Erwartungen an mich noch erfüllen konnte.

Mit Einsetzen der Pubertät wurde ich zunehmend ausgegrenzt und gemobbt. Auch fiel mein Vater für mich als Bezugsperson weg, weil ich nicht mehr wusste, wie ich mich altersentsprechend verhalte. Ich war zu verwirrt über die unterschiedlichen Geschlechterrollen und die Übersexualisierung unserer Gesellschaft. Ich musste früh feststellen, dass ich oft nur als Objekt wahrgenommen wurde. Männer, die meine Oberweite anstarren oder sogar ansprachen, obwohl unser Kontakt nicht so innig war, dass es nach meinem Empfinden angebracht war. Damit kann ich bis heute nicht umgehen. Ich habe für mich einen Weg gefunden, möglichst elegant aus diesen Situationen herauszukommen – was in Anbetracht meiner Ängste und Scham in diesen Momenten eine Höchstleistung bedeutet.

Mit 10 Jahren begannen wohl auch meine Depressionen. Von da an fehlte mir jegliche Nestwärme. Hinzu kam, dass meine Mutter damals einen längeren Aufenthalt in der Psychiatrie hatte, weil sie – nach damaligen Aussagen der Ärzte – eine paranoide Psychose hatte. Darüber sprach aber niemand mit mir. Mir wurde nur gesagt, dass es ihr nicht gut geht und sie in einem Krankenhaus für die Seele ist. Ich könne sie auch nicht besuchen, weil sie sich momentan nicht daran erinnert, dass ich existiere Ich solle mit niemandem darüber reden, weil die Leute das nicht verstehen würden. Mein Vater war damals überfordert und gab mich zu meiner Großmutter mütterlicherseits. Ich wurde nicht gefragt, was meine eigenen Wünsche sind. Wie die Situation für mich am erträglichsten wäre.

Ich war in dieser Situation auf mich allein gestellt.

Mein Vater handelte damals so, wie er es aus seiner Sicht am sinnvollsten war. Dabei realisierte er nicht, dass ich mir der Tragweite der Ereignisse sehr wohl bewusst war. Da ich verängstigt und zutiefst verletzt war, blieb ich still. Zum ersten Mal wurden meine Probleme so groß, dass ich mit jemandem darüber reden wollte. Es wurde mir aber verboten genau das zu tun.

Meine Mutter hatte eine recht gut Beziehung zu der Mutter meiner besten Freundin. Deswegen kam ich den ersten Tag/ die erste Nacht zu ihr. Da ihre Mutter als eine der wenigen eingeweiht war, wusste auch meine Freundin Bescheid und ich vertraute ihr meine Gefühle an.

Am nächsten Tag in der Schule erzählte sie es anderen. Nicht nur aus Unwissenheit über die Konsequenzen, sondern als pure Provokation. Zutiefst entsetzt über diesen Vertrauensbruch, sprach ich sie unter vier Augen darauf an. Sie sagte mir, dass ich sie nerve mit meiner weinerlichen Einstellung. Auch wenn ich damals noch relativ klein war, konnte ich dieses Verhalten in keinster Weise nachvollziehen! Meine Mutter kam erst einen Tag zuvor in die Klinik. Sie hatte mich – ihr eigenes Kind – vergessen und mein Vater hatte mich quasi zu Hause rausgeworfen.

Für diese ganzen Umstände fand ich meine Verfassung noch sehr positiv.

Da ich damals schon gemobbt wurde, nutzten manche die Informationen über meine Mutter aus, um mich gezielt damit zu verletzen. Ich erinnere mich noch an eine Situation vor dem Musikraum. Wir warteten, dass unser Lehrer kam, um aufzuschließen, als manche Klassenkameraden anfingen, mich wegen meiner Mutter aufzuziehen. Ich warnte sie, dass sie damit aufhören sollen. Einer verstand nicht, wie ernst ich es meine und ich wurde energischer. Da er immernoch weiter machte bin ich auf ihn zugestürmt, habe mich vor ihn gestellt (ich war deutlich größer als er) und mit ganz entschlossener Stimme gesagt, dass er damit jetzt sofort aufhört. Es gab ein Raunen und ich wurde von einigen Gesichert fassungslos angesehen. So kannten sie mich nicht. Ich konnte mich ja doch wehren!

Ich hatte Ruhe. Zumindest, was das Thema meiner Mutter betrifft.

Mit meiner ersten Partnerschaft habe ich zum ersten Mal Harmonie und Geborgenheit erlebt. Es war eine sehr intensive (hauptsächlich intellektuelle) Beziehung. Es war, als hätte ich meinen Seelenverwandten gefunden. Unsere Liebe stand unter keinem guten Stern, weil sie die gesellschaftlichen Ansichten sprengte. Ich war noch minderjährig, er deutlich älter.

Er trennte sich von mir, weil er der Meinung war, ich hätte jemanden verdient, der mir ein besseres Leben ermöglichen kann, als es bei ihm der Fall ist. Auch hier wurde ich wieder nicht nach meiner Meinung und meiner Einstellung gefragt.

Ich trauerte sehr lange und verlor den letzten Halt, den ich noch hatte: meinen schulischen Erfolg. Mein Lebensziel änderte sich. Ich wollte unbedingt wieder dieses erfüllende Gefühl spüren, dass ich bei ihm hatte. Wenn ich das nicht finden würde, könnte ich mein Leben nicht genießen.

Ich wurde immer häufiger in kürzer werdenden Abständen enttäuscht. Männer lernte ich kennen, weil sie sich von meinem Äußeren angezogen fühlten. Nicht wegen meiner komplexen Persönlichkeit. Vielleicht noch anfangs, weil ich ganz anders bin, als bisherige Frauen, aber irgendwann sahen sie mich und meine Eigenheiten so abstoßend, dass sie aus meiner Welt flohen und viele Scherben zurückließen.

Ich zweifelte an mir, ob ich liebenswert bin. Bisher hatte das niemand erkannt.

Es begann, dass ich meinen Körper bewusst dafür einsetzte, Nähe zu finden. Eine Möglichkeit zu bekommen, kennengelernt zu werden. Ich schlief sehr schnell mit Männern, weil ich darin die einzige Möglichkeit sah, jemandem näher zu kommen.

Meine Mutter sagte mir ganz deutlich, dass ich eine Schlampe bin, weil ich von einem Bett zum nächsten hüpfe.

Die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, waren teilweise sehr schlimm für mich. Nach immer weiteren Enttäuschungen war ich soweit, mit Männern zu schlafen, um meine Ruhe zu bekommen. Männer, die zu viel über mich wussten, weil ich zu spät bemerkt habe, dass sie nicht die Richtigen sind. Um keinen neuen Stalker zu haben, gab ich ihnen das, was sie von mir wollten: Sex!

Auch befand ich mich das ein oder andere Mal bei Männern zu Hause, mit denen ich mich vorher schon ein paar Mal öffentlich getroffen hatte und hatte die Situation nicht mehr unter Kontrolle.

Wenn meine Bemühungen, ihn verbal von mir fernzuhalten nicht funktionierten, tat ich das, was sie wollten, weil ich Angst vor körperlicher Gewalt hatte.

Ich belog mich selbst dahingehend, dass ich One-Night-Stands hatte, die in Wahrheit keine ONS waren. Nur so konnte ich das letzte Quäntchen Selbstachtung schützen.

All diese Erfahrungen habe ich nie aus dem Aspekt heraus betrachtet, dass ich auf der Suche nach Vertrauen und Zuneigung war.

Seitdem mir das bewusst ist, betrachte ich meinen Autismus mit anderen Augen, weil sich viele Problematiken dadurch verstärkt haben. Die sexuelle Verunsicherung ist nur ein Aspekt von vielen.

Wer ich bin und wie ich meinen Autismus empfinde

Ich wurde erst mit Mitte 20 diagnostiziert. Bis zu diesem Punkt dachte ich, dass mit mir irgendetwas „nicht stimmt“. Ich konnte aber nie greifen, was mich von anderen unterschied. Mein Wesen mochte ich und war mir sicher, dass ich die Voraussetzungen mitbringe, in der Gesellschaft zu bestehen. Ich bin ehrlich, loyal, aufrichtig, zielstrebig und gewissenhaft. Meine Fähigkeiten konnten auch nicht der Grund sein, warum mir so vieles so enorm schwer fiel: ich bin intelligent, querdenkend, mitfühlend und unkonventionell. Es gab immer Menschen in meinem Leben, die genau das an mir zu schätzen wussten, aber ich polarisierte stark. Entweder ich wurde gehasst oder geliebt. Mir selbst liegt ein schwarz-weiß Denken fern, aber genau so sahen mich andere. Keine Grauzone. Keine Aspekte, die kritisch hinterfragt wurden. Keine weiteren Perspektiven, die in Betracht gezogen wurden. Ich wirke abweisend, also muss ich demzufolge auch so sein. Ich wirke auch viel zu oft „faul“, weil meine eigentlichen Bestrebungen nicht gesehen werden.

Ich wirke „mysteriös“, bin ein stilles Wasser und dennoch tobt in mir eine raue See. Mir wurde sehr oft gesagt, dass stille Wasser tief sind, wenn mich jemand näher kennenlernte.

Das trifft mein Leben bis zur Diagnose sehr gut.

Es war mir nicht möglich, mich einem Menschen so sehr zu öffnen, dass er alle Facetten meiner Persönlichkeit kennenlernte. Nicht meine tiefsten Gedanken erfuhr und auch nicht meine Probleme. Ich verstand mich selbst nicht, wie sollte ich also erwarten, dass es jemand anderes tut?

Diese Zurückhaltung und tiefe Verunsicherung ist bei mir nicht angeboren, weil es eine starke Veränderung in meinem Verhalten gab. Mit Eintritt der Pubertät wurde aus meiner „glücklichen Realität“ allmählich traurige Gewissheit, dass ich „alleine“ bin. So sehr ich mich auch bemühte, immer wieder mein Herz zu öffnen und Menschen hereinzulassen, wurde ich dennoch erneut enttäuscht. Es wurde zu einer „Frage der Zeit“, bis jemand beginnt, mich zu hassen.

Mit zunehmenden Selbstzweifeln wurde ich stiller. Ich hatte Angst, verstoßen zu werden oder in einen Streit zu geraten, dem ich nicht gewachsen bin.

Das Gefühl, nicht in diese Welt zu gehören und unsichtbare Defizite den anderen gegenüber zu haben, ließ mich straucheln. Ich zog mich zurück, lebte mein Leben ein Stück weit nur in meinen Gedanken aus. Stellte mir meine Zukunft vor, wie ich sie für mich wünsche und gewann Kraft aus diesen Vorstellungen. Kraft, um weiterzumachen, nicht aufzugeben und zu hoffen, dass es eines Tages besser wird. Es ist fast 2 Jahrzehnte her, dass ich allmählich die Kontrolle über mein Leben verlor und nur mit kleinen Schritten voran kam. Mein „Tempo“ reichte dabei nicht aus, um neue Rückschläge zu verarbeiten. Erst mit meiner Diagnose und der Auseinandersetzung mit Autismus, konnte ich neues Vertrauen in mich gewinnen und effektiv an meinem Leben arbeiten. Meine Wunden, die über fast 20 Jahre hinweg immer zahlreicher wurden, konnte ich noch nicht alle verheilen.

Erst vor Kurzem wurde mir bewusst, dass meine Narben mir in gewisser Weise in die Wiege gelegt wurden. Sie sind nicht angeboren und dennoch schon sehr früh entstanden.

Letztes Jahr fand ich heraus, dass meine Mutter seit langer Zeit schizophren ist. Das stellte meine „Weltanschauung“ nach der Auseinandersetzung mit Autismus erneut auf den Kopf. Ich habe sie immer als meine Mutter betrachtet – so, wie sie ist. Mit ihren Ecken und Kanten. Dabei habe ich ihr auf meine Weise vertraut. In dem Sinne vertraut, dass ich davon ausging, sie sei „normal“ und hätte ihr Leben unter Kontrolle. Dass ich mein Leben nicht unter Kontrolle hatte, war für andere ab einem gewissen Punkt sichtbar. Bei meiner Mutter habe ich so etwas nie beobachten können oder wahrgenommen.

Nachdem ich zum ersten mal in psychiatrischer Behandlung war, sagte mir die Therapeutin, dass meine Schutzmechanismen so groß sind, dass ich anderen Menschen gar nicht erst die Möglichkeit gebe, mich kennenzulernen. Ich sei zu misstrauisch und stelle illusorische Ansprüche an meine Mitmenschen. So naiv und froh wie ich war, endlich Hilfe und Unterstützung zu bekommen, vertraute ich auf ihre fachliche Kompetenz.

Ich wurde offener, ließ Menschen an mich heran, vor denen mich mein Bauchgefühl warnte und wurde noch heftiger enttäuscht, als zuvor. In mir kamen Zweifel auf, was für eine schreckliche Person ich sein muss, wenn selbst diese Menschen nichts liebenswertes in mir erkennen können. Menschen, die ebenso wie ich, stark polarisieren und auf der Suche nach Freundschaft/ Beziehungen sind. Rückwirkend betrachtet, hatten alle Personen, die ich an mich heranließ, ähnliche Probleme, wie ich. Sie strauchelten durchs Leben. Anders als ich, das gebe ich zu, aber augenscheinlich sehr ähnliche Charaktere. Ich investierte viel Zeit, Energie und Herz in meine Freundschaften. Stand ihnen zur Seite, wenn es Probleme gab und versuchte mit meinem rationalen Denken neue Lösungswege aufzuzeigen. Obwohl sie mich eigentlich besser hätten kennen müssen, kam der Punkt, dass sie in mir eine „Verrückte“ sahen. Zwiegespalten zwischen Nähe und Distanz. Ich brauche menschliche Nähe und ich brauche auch Vertrauen, aber ich brauche sehr viel Zeit zum Ich-Sein. Momente der Ruhe und des Loslösens in meine Gedankenwelt.

Meine Mechanismen zur Bewältigung von Trauer mögen auf andere martialisch wirken, weil ich mit „voller Energie“ in depressive Stimmungen stürze. Das ist nicht immer ein automatischer Prozess, sondern von mir bewusst hervorgerufen. Ich verstehe oft die Tragweite menschlichen Verhaltens nicht. So sehe ich nach einer Trennung nur die Trennung als solche. WIE die Trennung mein Leben beeinflusst, kommt häppchenweise und drückt mich für lange Zeit nach unten. Wenn ich diesen Prozess bewusst hervorrufe, kann ich solche Erlebnisse besser einordnen und mir über meine eigenen Gefühle bewusst werden. In diesen Phasen höre ich traurige Balladen, sehe Fotos der entsprechenden Zeit an und schreibe über meine „verlorenen“ Hoffnungen. Ich erlebe die Trauer und Erinnerungen dann quasi im „Schnelldurchlauf“. Sobald ich sie verstanden habe, kann ich mit ihr rational umgehen und meine emotionale Seite „schützen“. Mir sagte neulich jemand dazu: „In tragedy is beauty!“

Es stimmt (leider), denn nur mit depressiver Stimmung kann ich mein Leben „ordnen“ und bin paradoxerweise produktiver, als in besseren Phasen. Produktiver auf geistiger Ebene. Um mich herum bleibt dann alles liegen, aber ich finde wieder zu mir.

Bis vor Kurzem war mir nicht bewusst, wie gestört die Bindung zu meiner Mutter ist und es auch schon sehr früh war. Erst seit letztem Jahr habe ich die Möglichkeit, das Verhalten meiner Mutter allmählich zu verstehen und nachzuvollziehen. Es gab Zeiten, da haben wir uns gehasst und es gab auch Zeiten, in denen unser Verhältnis besser war (erst nach dem Rat, ich solle anderen Menschen gegenüber nicht so misstrauisch sein). Meine Bezugsperson war mein Vater. Wenn er in der Nähe war, war meine Mutter wie Luft für mich. Es gab dann nur ihn und mich. Lange Zeit litt ich darunter, weil ich meiner Mutter deswegen viel Schmerz zugefügt habe. Heute verstehe ich, dass sie es selbst mit ausgelöst hat (bzw. die Schizophrenie). Es macht mich traurig, wie sehr meine Mutter wohl unter ihren Einschränkungen leidet. Ich weiß, dass ich ein Wunschkind war und sie lange auf mich warten musste. Als ich dann aber zur Welt kam, war ich „langweilig“. Ich schlief viel, verpasste meine Mahlzeiten und „von meiner Sorte“ hätte sie vier Kinder parallel versorgen können. Mein Wesen unterforderte sie so sehr, dass sie ihren Chef anflehte, wieder arbeiten zu dürfen. Wenn auch nur für ein paar Stunden in der Woche. Das sind Aussagen meiner Mutter – das habe ich mir nicht „zusammengedichtet“.

Wenn ich ein Kind bekommen würde, wäre ich glücklich – ganz egal welches Wesen es hat. Ich würde so viel Zeit mit ihm verbringen, wie es mir möglich ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mich unzufrieden stimmen würde, wenn mein Baby auf meinem Arm schläft und ich es dabei eng an meinen Körper halte. Ich bin harmoniesüchtig und was ist harmonischer als die frühkindliche Beziehung einer Mutter zu ihrem Baby?

Meine Eltern arbeiteten vor meiner Geburt beide im Schichtdienst. Meine Mutter wechselte ihre Stelle und hatte nur noch Frühdienste, um sich um mich zu kümmern. Somit habe ich viel Zeit mit ihr verbracht, aber irgendwie auch nicht. Meine frühesten Erinnerungen zeigen mir, dass wir schon damals aneinander vorbeilebten. Sie war zwar da und auch für mich ansprechbar, aber sie hat sich nicht mit mir „befasst“. Nach außen hin wirkte sie als umsorgende Mutter, die viel mit ihrem Kind unternimmt. Für mich war sie aber immer irgendwie „fremd“. Bis heute weiß ich nicht sehr viel über sie und ihr Leben. Ich weiß nur das über sie, was ich selbst beobachtet/ erfahren habe.

Mir ist erst jetzt bewusst geworden, wie sehr diese gestörte Bindung mein Leben beeinflusst hat. Ich wäre ohne diese Erfahrungen nicht weniger Autistin, aber vermutlich eine vollkommen andere.

Darüber möchte ich hier im Blog schreiben. Zum Einen, um mich selbst besser kennenzulernen und anderen mit ähnlichen Erfahrungen dadurch vielleicht helfe und zum Anderen, um einen Austausch zum Thema zu führen. Wobei mein Austausch wohl eher passiv sein wird. Ich mache mir Gedanken über Kommentare und beziehe sie in meine Sichtweise mit ein, aber manchmal sind keine Kapazitäten im Gehirn mehr frei, um eine passende Antwort zu verfassen. Das ist keineswegs böswillig gemeint, sondern eine meiner persönlichen Einschränkungen.