Kreative Frau Anders

Kreativität ist glaube ich eine meiner allergrößten Stärken. Ich komme aus einer künstlerisch als auch musisch total uninteressierten und unbegabten Familie. Umso mehr wundert es mich daß ich da völlig aus der Art zu schlagen scheine. Ich kann aus allem etwas tolles machen. Ich glaube manchmal, an mir ist wahrhaft irgendein total irrer Künstler verloren gegangen. Welche Sparte? Musik, Kunst, Poesie? Egal. Ich belege sie alle irgendwie und verrückt bin ich eh genug. Ich bin ein unglaublich kreativer Mensch auf vielen Ebenen. Ein Ästhet, ein Schöngeist, ein Dichter und ein Musiker. Mir fällt alles sehr leicht was aus dem kreativen Bereich kommt und alles was ich neues finde interessiert mich auch sofort und muß ausprobiert werden. Wenn ich im alltäglichen Leben schon schnell entflammbar und begeisterbar bin, auf der künstlerisch-musischen Ebene brenne ich in Sekunden lichterloh. Ebenso schnell verliere ich aber auch das Interesse an Dingen, sobald ich sie beherrsche oder zur Genüge getan habe. Manchmal warten aber auch schon viele andere neue Dinge auf mich die ich ausprobieren will. Mein Vater nannte mich mal das wandelnde Strohfeuer. Schnell angezündet, schnell Feuer und Flamme, ich brenne lichterloh und alles nieder und genauso schnell bin ich wieder erloschen und verliere das Interesse. Ich könnte ganze Bücher füllen mit der reinen Aufzählung meiner kreativen Ergüsse. Ich versuche es mal grob zu umreißen.

KUNST:

Ich interessiere mich seit ich denke für Kunst. Ich habe schon immer sehr gerne und anscheinend auch gut gezeichnet, ich welchselte oft und wild die Stilrichtungen von Portrait, Akt, über Landschaftsmalerei, Surrealismus, Kubismus, architektonischen Zeichnungen, lustigen Comics bis hin zu richtig inhaltlich krankem Zeugs. Ich bin sehr gut in bildhauerischen Techniken und liebe heute noch am meisten die Arbeit mit Gips und Ton. Menschen sagen, ich wäre in all dem echt gut. Ich kann sehr spontan tolle Dinge aus allenmöglichen erschaffen. Ich war im Kunst Leistungskurs und wollte früher auch Kunst oder wenigstens Architektur studieren. Ich hatte nur ein Problem. Ich fand mich nie gut genug um meine Werke auch vorzuzeigen zu können. am meisten Probleme hatte ich mit meinen Bildern. Es gibt nur extrem wenige Menschen die jemals ein gezeichnetes Bild von mir gesehen haben und sehen werden. Ich habe mich zu sehr geschämt etwas zu zeigen was in meinen Augen nicht perfekt ist. Dennoch hat es mir immer viel gegeben, so vor mich hin zu zeichnen. Ich betrachte Kunst übrigens genauso gerne wie ich sie selber erschaffe. Allerdings das am liebsten ganz alleine und in Ruhe.

Da ich diese Ruhe in meinem Alltag nicht mehr habe, bleibt es bei kleineren Basteleien für Haus und Hof ein paar Zentangles und schnellen Kritzeleien auf allen zetteln die ich in die Hand bekomme.

MUSIK:

Ähnlich wie bei der Kunst, liebe ich Musik. Hören, machen, spüren… Musik geht bei mir ganz tief und ich könnte mich in ihr stundenlang verlieren. Ich habe strohfeuermäßig in meinem Leben ziemlich viele Instrumente erlernt, beherrsche aber keines so wirklich gut. Vielleicht habe ich „mein“ Instrument noch nicht gefunden. Momentan liebäugel ich ja noch mit Klavier. Ich habe als Kind ganz klassisch in der Schule mit meinem ersten Instrument der Blockflöte angefangen und dabei entdeckt daß ich zwar völlig lernresistent bin was die Notensprache angeht, allerdings ein großartiges Gefühl für Töne habe. Das ist auch noch heute so. Gib mir ein mir wildfremdes Instrument, laß mich kurz rausfinden welcher Ton wie erzeugt wird und los gehts… Ich scheitere meist nur an der mangelnden Motorik, was mich nie wirklich gut werden ließ. Ich habe dann klassische Instrumente wie Geige, Gitarre, Bass, allemöglichen Flöten, Klarinette erlernt. Ich spielte in einer Punkband Bass, machte mit Freunden etwas Straßenmusik, war recht lange in einer Sambatrommelgruppe unterwegs, ich versuchte mich in einer Irish Folk Band und brachte es dort sogar irgendwann zur Gitarristin und Sängerin. Ich behaupte ich kann nicht sonderlich gut singen, aber ich lieeeeebe es zu singen. Grade folkige Sachen singe ich sehr gerne. Ich träume auch heute noch davon, nach erfolgreichem Gesangsunterricht alleine mit meiner Gitarre in einem Irish Pub zu stehen und einfach nur all diese tollen Lieder zu singen.

Ich habe übrigens einen absoluten Faible für verrückte Instrumente wie Maultrommeln, Bodhrán, Didgeridoo, Schalmei, Dudelsack und andere.

Heute mache ich keine Musik mehr, ich habe keine Zeit mehr dafür und der größte Hinderungsgrund ist wohl ähnlich wie bei dem Kunstkram: ich mag es nicht wenn mich jemand beim üben hören könnte. Ich wohne aber nicht mehr alleine und daher ist meist immer jemand anwesend. Ich kann mit meiner Musik nur in die Öffentlichkeit, wenn ich etwas kann und sicher beherrsche. Üben geht nur absolut ungestört in völliger Einsamkeit. Und da ich erstmal wieder üben müßte drehe ich mich oft im Kreis. Also gehöre ich jetzt eher der hörenden Klasse an. Ich sammle Schallplatten und gebe viel für gute Musik von anderen Menschen aus.

SCHREIBKRAM:

Ich schreibe eigentlich immer und überall irgendwas. Heute ist es meist nur noch loses kommunikatives Zeugs im Internet mit doch recht wenig Tiefgang, aber ich kann nicht ohne schreiben leben. Dinge mit mehr Tiefgang schreib ich nur für mich. Auch das war früher mal anders.  Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Gedichte und Kurzgeschichten geschrieben. Ich führte sogar ein tolles ausgedachtes Parallelleben in meinen Tagebüchern, weil ich wußte daß sie heimlich von meiner Mutter zur Kontrolle gelesen werden. Also gab ich ihr spannenden Lesestoff der natürlich immer zu meinen Gunsten geschrieben wurde. 😉 Das waren schon richtige Bücher.

HANDWERK

Durch meine Berufsausbildung, habe ich viele alte Handwerkstechniken kennengelernt und ich liebe es generell möglichst viele zu beherrschen und immer wieder neue zu erlernen. (Hauptsache nix mit nähen oder stricken. Damit stehe ich auf dem Kriegsfuß) Ich werfe mal ein paar in den Raum, wobei es noch viele, viele mehr sind: Emaillearbeiten, Korbflechen, Weben, töpfern, spinnen, Bändchenweberei, filzen, Lehmbau, Lederbearbeitung (ich flechte u.a. Bullwhips und verkaufe sie an Händler), ich liebe Holz- ganz besonders Laubsägearbeiten, arbeite gerne alte Möbel auf und, und, und…. Heute so mit altem Bauernhaus mit Hof ist das natürlich etwas das ich täglich gebrauchen kann.

FOTOGRAFIE:

Ich fotografiere eigentlich seit ich denken kann. Ich war als Kind schon in ner Foto AG und die Fotografie begleitet mich ständig und immer im Leben. Ich fotografiere gerne und überall. Manchmal Menschen die sich unbeobachtet fühlen, ständig kleine unbedeutsame Dinge und am allerliebsten klettere ich in alten verlassenen Industrieruinen rum um Endzeitfotos zu machen. Bin halt so ein alter Industrieromantiker.

Wenn ich das so niederschreibe stimmt mich das ganz schön traurig. Wo ist eigentlich heute noch Zeit und Raum in meinem Leben für das was ich am besten kann und was mir so viel zu geben vermag. Ich suche immer nach Dingen die mich ausmachen und habe die wichtigsten ad acta gelegt.

Vielleicht sollte ich da mal etwas wiedererwecken.